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Sebastian Dettmann

1

, Norbert Kanswohl

1

, Jozef Fras

2

, Mathias Schlegel

1

  

1

 Universität Rostock, 

2

 

Wyższa Szkoła Logistyki w Poznaniu 

Logistiklösungen für die Bereitstellung  

von Paludikulturbiomassen  

 
 

Einleitung 

Paludikulturen (lat. palus „Morast, Sumpf“) sind Kulturen 

von Sumpf-  und Röhrichtpflanzen, die im Rahmen einer 
landwirtschaftlichen Nutzung von nassen Gebieten insbeson-
dere auf Mooren angebaut werden. Beispielpflanzen sind u.a. 
Schilf, Rohrkolben, Seggen, Grauweiden oder Erlen. Die 
Produkte aus Paludikultur können vielfältig sein. Die Palette 
reicht von Nahrungsmitteln über Baustoffe bis hin zu 

 

nachwachsenden Energieträgern. 

Ziel der Bewirtschaftung von Paludikulturen ist es, die 

Klimagasemissionen zu vermindern, die von gedränten Moo-
ren hervorgerufen werden. Gleichzeitig sollen die Flächen 
weiterhin landwirtschaftlich bewirtschaftet werden (Wicht-
mann & Wichmann, 2009). 

Im Gegensatz zur bisherigen landwirtschaftlichen Nutzung 

von Niedermoorflächen, setzt Paludikultur nicht auf eine 
Anpassung der Standorte an die Technik. Bei diesem Land-
nutzungskonzept soll die Technik an nasse Moorstandorte 
und ihre geringe Tragfähigkeit angepasst werden. Dafür 
muss der Bodendruck der Maschinen so gering wie möglich 
sein. Die Anpassung der Technik an den Standort erfolgt in 
der Praxis durch Reduzierung des Gewichts oder einer Ver-
größerung der Auflagefläche. Die Herausforderung besteht 
darin, gleichzeitig eine schlagkräftige Erntekette zu entwik-
keln, die an die Gewinnung von Paludibiomassen angepasst 
ist. Dabei bilden Ernte und Bergung der Biomasse von der 
Fläche den Flaschenhals für ein ökonomisch sinnvolles Logi-
stikkonzept von Paludikulturen (Prochnow & Kraschinski 
2001). Lösungsansätze lassen sich aus den Erfahrungen der 
Ernte von Dachschilf und der Landschaftspflege ableiten. 

Einflussfaktoren auf die technische  

und logistische Umsetzung  

der Paludikulturnutzung 

Die Tragfähigkeit des Bodens übt einen großen Einfluss 

auf die Umsetzbarkeit einer schlagkräftigen Erntekette und 
eines rentablen Logistikkonzeptes aus. Dabei sind die Bo-
denfeuchte, abhängig vom Grundwasserstand, und Bodenbe-
deckung, abhängig von der Zusammensetzung des Bewuch-
ses und der Dicke der Grasnarbe, entscheidende Parameter 
der Tragfähigkeit (Wichtmann & Tanneberger 2009). Da die 
Grasnarbe durch wiederholtes Befahren starker Beanspru-
chung unterliegt und durch die eingesetzte Technik ggf. 
Schäden verursacht werden können, wird durch diesen Para-
meterkomplex bestimmt, wie groß die Überfahrhäufigkeit 
sein darf, um den Boden unbeschadet zu hinterlassen. 

Die Zugänglichkeit von Paludikulturflächen ist ein weite-

rer die Bewirtschaftung erschwerender Einflussfaktor. In der 
Praxis ist der Zufahrtsweg zum Feld oft sehr lang und bildet 

mit seinem Einfahrtsbereich auf die Erntefläche ein Nadelöhr 
für die eingesetzte Technik. Solche Nadelöhre können sich 
auch auf der Fläche z.B. bei Übergängen über Gräben  
befinden. An diesen Punkten häuft sich die Konzentration 
der Überfahrten bei der Bewirtschaftung zwangsläufig. Wei-
terhin wird mit der Zugänglichkeit die Entfernung zum Um-
schlagpunkt für den Abtransport der Biomasse bestimmt. 
Diese Aspekte stellen Ernte- und Logistikkonzepte von Palu-
dibiomassen im Bezug auf eine bodenschonende und öko-
nomische Bearbeitung vor große Probleme.  

Die zur Paludibewirtschaftung eingesetzte Technik ist 

ebenso von großer Bedeutung für die nachfolgenden logisti-
schen Schritte. Die eingesetzte Technik, verwendete Arbeits-
geräte oder das gewählte Arbeitsverfahren lassen sich zu 
einem Wirkungskomplex zusammenfassen der in großer 
Wechselwirkung mit dem Logistikkonzept steht. 

Logistikkonzepte von Paludikulturbiomassen sind im ho-

hen Maße abhängig von den anschließenden Verwertungsli-
nien. Die unterschiedlichen Verwertungspfade (energetische 
oder stoffliche Nutzung) stellen jeweilige Anforderungen an 
die Konditionierung der Biomasse (Häcksel, Bunde, Ballen). 
Die unterschiedlichen Schüttgutdichten und Lagereigen-
schaften der jeweiligen Konditionierungsformen haben Ein-
fluss auf die logistischen Lösungsvarianten. Weitere Ein-
flussfaktoren sind: 

•  Erntezeitpunkt (Sommer/Herbst: frisch Biomasse vs. 

Winter: trockene Biomasse), 

•  Nutzungsintervall (je größer das Intervall, desto höher die 

Biomasseproduktivität), 

•  Biomasseproduktivität (hohe Produktivitäten führen zu 

einem hohen Biomasseanfall bei der Ernte und zu einer 
Häufung der Überfahrten auf der Fläche). 

Lösungen für Technik und Verfahren  

bei der Ernte von Paludibiomassen 

Die für eine Bewirtschaftung von Paludikulturen angepas-

ste Technik lässt sich in vier Gruppen einteilen, die unter-
schiedlich geeignet sind: 
•  Kleintechnik, 
•  angepasste, konventionelle Technik, 
•  Radbasierte Technik, 

•  Raupenbasierte Technik. 

Tab. 1 stellt die unterschiedlichen Technikgruppen für die 

Bewirtschaftung nasser Flächen mit ihren jeweiligen Ein-
satzgebieten und Nachteilen dar. In Abb. 1 bis Abb. 4 erfolgt 
eine beispielhafte Illustrierung. Eine weitere Möglichkeit für 
eine bodenschonende Bearbeitung ist der Einsatz von Bogie-
Bändern, die z.B. in der Forstwirtschaft über die Reifen ge-
zogen werden. Die vielfältigsten Erfahrungen bei der Ernte 
auf Niedermoorflächen liegen aus dem Einsatz von modifi-

Logistyka – nauka  

 

Logistyka 5/2013 

40 

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zierten Pistenraupen (Rohrmahd, Landschaftspflege, Gewin-
nung von Energiebiomasse) vor. 

Die Entscheidung welches Ernteverfahren zum Einsatz 

kommt richtet sich nach dem Zeitpunkt der Ernte, den 
Standortseigenschaften sowie der von dem Endverbraucher 
geforderten Konditionierung der Biomasse. Dabei erfolgt die 
Einteilung der unterschiedlichen Ernteverfahren anhand der 
Anzahl von Arbeitsgängen, die für Ernte, Bergung und den 
Abtransport der Biomasse benötigten werden. Es sind ein-, 
zwei- oder dreistufig Verfahren anwendbar. 
 

Tabelle  1. Übersicht über vorhandene Technik für Standorte  
geringer Tragfähigkeit. Quelle: Wichmann & Wichtmann 2009. 

 

Techniktyp 

Einsatzbereiche 

Nachteile 

Kleintechnik 
Abb1 

•  im Naturschutz zur 

Pflegemahd 

•  Offenhaltung, Arten-

schutz 

•  i.d.R. keine Beräumung  
•  geringe Flächenleistung 

•  fehlende Schlagkraft 
•  verhältnismäßig teuer  
•  Einsatz nur kleinflächig 
•  keine Biomasseverwer-

tung 

Angepasste, 
konventionelle 
Landtechnik 
Abb 2 

•  in Übergangsbereichen 

(mäßig vernässt) 

•  in trockenen Jahren 

bzw. bei Frost 

Bsp: Herkömmliche Land-
technik mit Breit- oder 
Zwillingsreifen, leichte 
Ballenpresse mit Tande-
machse 
•  Beräumung möglich 
•  höhere Flächenleistung 

•  Wasserstand und Witte-

rung limitieren  
die Einsatzmöglichkeit 

•  Biomasseabtransport ist 

problematisch  

•  u.U. Abfuhr der Ballen 

einzeln erforderlich 

Radbasierte 
Technik  
Abb 3 

•  in der Schilfernte (Reet-

dachdeckerfirmen) 

Bsp: Seiga-Maschinen, 
zwei- oder dreiachsig 
Geringes Gewicht +  
Niederdruckballonreifen = 
geringer Bodendruck 

•  nicht mehr produziert, 

nur alte Maschinen 
bzw. Nachbauten im 
Einsatz 

•  begrenzte Motorlei-

stung 

•  ggf. Bodenschäden 

durch Schlupf 

Raupenbasierte 
Technik 
Abb4 

•  umgebaute Pisten-

raupen aus Skigebieten 
für Biomasseernte und 
Sommereinsatz 

Hersteller: Kässbohrer, 
Hägglund, Loglogic 
Alternative Einsatzgebiete:  
•  im Fahrsilo 
•  für die Torfwirtschaft  
•  in der Landschaftspfle-

ge 

Breite Ketten = geringer 
Bodendruck auch bei 
relativ schweren Maschi-
nen 

•  Umbauten sind häufig 

Einzellösungen 

•  ggf. Bodenschäden 

durch Abscheren (Kur-
venfahrten) 

•  bei breiten Ketten wird 

in Deutschland ab einer 
Gesamtbreite von 3 m 
das Umsetzen der 
Technik erschwert 
(Transportgenehmigung 
und/oder Abziehen  
der Ketten) 

 

 

 

Abbildung  1  Kleintraktor der Firma Antonio Carraro während der 
Sommermahd 2012. Foto: S. Dettmann. 

 

 

 

Abbildung  2  angepasste herkömmlich Technik mit extrabreiten 
Reifen während der Wintermahd bei Frost 2009.  Foto: S. Wich-
mann.
 

 

 

 

Abbildung  3  modifizierte Saiga-Erntemaschine in der Häckselkette. 
Quelle: Wichmann & Wichtmann 2009. 

 

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Logistyka 5/2013 

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Abbildung  4  modifizierter Pistenbully mit aufgesatteltem Kippbun-
ker während der Sommermahd 2012. Foto: S. Dettmann. 

 

Logistiklösungen für die Bereitstellung  

von Paludikulturbiomassen 

Die Logistiklösungen für die Bewirtschaftung von Paludi-

kulturen orientieren sich an den Konditionierungsformen der 
Biomasse, die durch die Verwertungspfade bestimmt werden. 
Dabei werden folgende Erntelinien betrachtet: Ballenlinie, 
Häcksellinie, Bundlinie. 

Ballenlinie 

In der Ballenlinie kann die Biomasse zu den Ballenformen 

HD-Ballen, Rundballen oder Quaderballen kompaktiert wer-
den. HD-Ballen gelten für die Ernte von Paludikulturen als 
ungeeignet (Wichmann & Wichtmann 2009). Aufgrund des 
großen Eigengewichtes von Quaderballenpressen ist eine 
Kompaktierung der Paludibiomassen im Feld auf das Pressen 
von Rundballen beschränkt. Im einstufigen Ernteverfahren 
erfolgen Ernte, Bergung und Abtransport ohne dass die Bio-
masse auf dem Feld abgelegt wird. Für diese Variante kann 
z.B. eine Erntemaschine verwendet werden, die Huckepack 
eine Ballenpresse trägt und nach Möglichkeit auch Lager-
kapazität für Rundballen aufweist (Brandweiner 2006). Eine 
mobile Ballenpresse die durch die Basismaschine gezogen 
wird (Abb. 5), stellt ein zweistufiges Verfahren dar. 

 

Im ersten Schritt erfolgen Mahd und Kompaktierung der 
Biomasse.  

Die anschließende Bergung und der Abtransport der Ballen 

werden mit einem Begleitfahrzeug  durchgeführt, dass mit 
einem Greifer und einer Plattform ausgerüstet ist. Die Kom-
paktierung zu Groß-  oder Quaderballen über stationäre Bal-
lenpressen auf dem Zwischenlager am Feldrand stellt eine 
Mischform mit der Häcksellinie dar.  

Die Ballen müssen anschließend zum Endverbraucher 

transportiert werden. Dabei können verschiedene Maschinen 
für das Verladen und Umschlagen der Ballen zum Einsatz 
kommen: Schlepper mit Frontlader oder Zange, mobile bzw. 
stationäre Kräne. Um die Ballen zu transportieren, können 
Hänger mit Abkippvorrichtungen oder Tieflader Verwen-
dung finden. Grundsätzlich haben Quaderballen eine größere 
Transporteffizienz als Rundballen (FNR 2007). Die Lage-
rung von Ballen erfordert eine große Lagerungskapazität. 
Üblicherweise werden Ballen in Mieten am Feldrand oder 
Hof bzw. Stückgutlagern beim Endverbraucher gelagert.  

 

 

Abbildung  5  modifizierte Pistenraupe mit mobiler Ballenpresse. 
Quelle: www.pronar.pl 

 

Häcksellinie 

Die in der Häcksellinie eingesetzten Techniklösungen un-

terscheiden sich zu denen der Ballenlinie in den verwendeten 
Frontanbauten (Fronthäckseler), Trailern (Ladewagen, Hä-
nger), der Form des Zwischenlagers (Schüttgutlager) und 
dem Umschlag am Feldrand auf straßentaugliche Transport-
fahrzeuge. 

Feldhäckseler auf die Huckepack Bunker aufgesattelt sind 

(Abb. 4), können im einstufigen Ernteverfahren eingesetzt 
werden. Zusätzlich dazu ist die Nutzung eines Hängers oder 
Begleitfahrzeuges möglich. Weiterhin ist der Einsatz eines 
Erntefahrzeuges mit aufgesatteltem Bunker möglich. Der 
Abtransport der Biomasse vom Feld erfolgt über 
FieldShuttles. Dabei muss die Biomasse auf dem Feld vom 
Erntefahrzeug auf das Transportfahrzeug übergeben werden. 
Parallel zur Erntemaschine fahrende Transportgespanne, sind 
eine weitere Optionen. 

Der Umschlag der gehäckselten Paludibiomassen kann 

über Überlader, FieldShuttles, Bagger, mobile Förderband-
systeme wie der Rübenmaus oder stationäre Förderband-
systeme erfolgen. Als Lager stehen Schüttgutlager zur Ver-
fügung. Diese können als Freilandlager, in leichtbauweise 
oder als stationäre Lager ausgeführt sein. 

Bundlinie 

Üblicherweise erfolgt die Ernte von Bunden im einstufigen 

Verfahren (Schilfernte von Dachdeckern) und es werden 
dafür Seiga-Maschinen mit Ballonbereifung (Abb. 6) oder 
Raupenfahrzeuge eingesetzt. Diese Bewirtschaftungsform 
erfordert jedoch den Einsatz zusätzlicher Arbeitskräfte auf 
der Erntemaschine. Die Lagerung der Bünde erfolgt analog 
zu den Ballen in Mieten oder überdachten Lagern. Gleiches 
gilt für den Transport der Biomasse in dieser Konditionie-
rungsform. Zum Umschlagen der Bunde sind Schlepper mit 
Frontlader oder Zange bzw. Kräne geeignet. 

Für den Transport der Paludibiomasse ab Feldrand können 

Erfahrungen aus der Bewirtschaftung von halmgutartigen 
Bioenergieträgern wie z.B. Miscanthus oder Stroh genutzt 
werden. Dabei gilt, dass eine Kompaktierung der Biomasse 
für den Transportprozess generell sinnvoll ist. Die Schütt-
gutdichten sind in den unterschiedlichen Konditionierungs-
formen der Pflanzenmasse verschieden. Je stärker der Kom-
paktierungsgrad desto besser ist die Auslastung der Ladeka-

Logistyka – nauka  

 

Logistyka 5/2013 

42 

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pazität beim Transportprozess (FNR 2007). Grundsätzlich 
wird für den Transport von Biomassen bei kurzen Entfer-
nungen unter 15 km der Einsatz von schleppergezogenen 
Transportgespannen und für den Transport ab einer Entfer-
nung über 15 km, abhängig von der vorhandenen Infrastruk-
tur, die Verwendung von LKWs empfohlen (Janinhoff 2008). 
 

 

 

Abbildung 6 Saiga-Erntemaschine bei der Dachschilfernte. Quelle: 
www.hiss-reet.de.
 

 

Eine Besonderheit bei der Nutzung von Paludikulturen ist 

der mögliche Biomasseabtransport über den Wasserweg, 
sofern ein Zugang von der Fläche zum Flusslauf vorhanden 
ist. Hier sollte eine Umsetzung, insbesondere bei Ernte-
flächen die über den Landweg schwer zugänglich sind,  
geprüft werden. 

Diskussion 

Eine Bewirtschaftung von Paludikulturen ist möglich. Die 

Biomasseernte und Bergung von der Fläche stellen den Fla-
schenhals bei der Paludibewirtschaftung dar. Der Standort, 
Erntezeitpunkt, Erntegut, die anschließende Verwertung der 
Biomasse sowie die einsetzbare Technik stellen ein Logistik-
konzept für Paludikultur jedoch vor große Heraus-
forderungen die zumeist individuelle Lösungen benötigen. 
Jede Verfahrenslösung ist daran gebunden, die Anzahl der 
Überfahrten auf der Fläche so gering wie möglich zu halten. 
Lösungsansätze liegen in: 
•  Der Erhöhung der Schlagkraft durch die Steigerung der 

Transportleistung. Das wäre mit einer Vergrößerung der 
Schüttgutdichte durch die Kompaktierung der Biomasse 
während des Ernteprozesses z.B. bei der Wintermahd, 
oder einer Gewichtsreduktion der Erntemaschine zugun-
sten der Transportkapazität für ein einstufiges Erntever-
fahren möglich. 

•  Der Verringerung der Überfahrten auf der Fläche über 

eine Trennung von Ernte-  und Transportfahrzeug. So ist 
es möglich z.B. bei der Sommermahd die gehäckselte 
Frischbiomasse und bei der Ganzschilfernte die Ballen an 
Shuttles zu übergeben, die ausschließlich für den 

 

Abtransport des Erntegutes von der Fläche eingesetzt 
werden. 

•  Der Minimierung der Bodenbeanspruchung durch die 

Ernte-  und Bergefahrzeuge. In Anlehnung an Erntever-
fahren in der Forstwirtschaft, ist die Befestigung der 
Hauptfahrtrassen mit Reisig oder Holz denkbar. Weiter-

hin besteht die Möglichkeit aktiv die Infrastruktur von 
den Flächen z.B.  im Zuge der Wiedervernässung zu ge-
stalten.  

Erfahrungen aus dem Praxiseinsatz haben gezeigt, dass die 

Etablierung eines befestigten Umschlag-  und Lagerplatzes, 
nach Möglichkeit nahe am Feld, für die Bewirtschaftung von 
Paludikulturen besonders wichtig ist.  

Zusammenfassung  

Die zunehmende Verwertung von Biomasse zu energeti-

schen Zwecken führt zu einer stark erhöhten Nachfrage, die 
sich in steigenden Preisen und einer Flächenkonkurrenz 
zwischen Nahrungsmittel-, Futter-  und Energieproduktion 
äußert. Biomasse  von nassen Mooren (Paludiculture) steht 
jedoch in keinem Konkurrenzverhältnis zu landwirtschaftli-
chen Produkten. Für die Bewirtschaftung nasser Moore muss 
die Technik an den Standort angepasst werden. Der Etablie-
rung einer schlagkräftigen Erntekette für Paludibiomasse 
stehen eine Minimierung des Bodendruckes und eine Redu-
zierung der Überfahrten durch die Erntefahrzeuge gegenüber. 
Um diese beiden Grundvoraussetzungen zu erreichen, wer-
den mehrere Strategien verfolgt. Eine Gewichtsreduktion des 
Erntefahrzeuges oder die Vergrößerung der Auflagefläche 
sind die Möglichkeiten der Wahl. Damit kann die Technik 
für die Bewirtschaftung nasser Moore in 4 Gruppen eingeteilt 
werden: Anpassung herkömmlicher Technik, Einsatz von 
Kleintechnik, Spezialtechnik auf Raupenfahrwerken und der 
Einsatz von Spezialtechnik auf Ballonfahrwerken. 

Das Ziel dieses Artikels liegt in der Darstellung der Logi-

stiklösungen für die einsetzbaren Technikgruppen zur Be-
wirtschaftung nasser Moore. Der Fokus liegt dabei auf der 
Etablierung einer schlagkräftigen Erntekette für Paludibio-
masse mit anschließendem Transport. Weiterhin werden die 
jeweiligen Anforderungen und Probleme an die Logistikkon-
zepte aufgezeigt und bewertet.  
Schlüsselwörter: Bioenergie, Biomasselogistik, Ernteketten. 

ROZWIĄZANIA LOGISTYCZNE  

W ZAKRESIE POZYSKIWANIA BIOMASY 

STRESZCZENIE  

Zwiększeniu wykorzystania biomasy na cele energetyczne 

towarzyszy  zawsze  silny  wzrost  popytu  na  ziemię  pod  jej 

uprawę w stosunku do popytu na ziemię do produkcji żyw-

ności  i  gospodarki  paszowej.  Biomasa z torfu nie jest pro-
duktem konkurencyjnym w stosunku do produktów rolnych. 

Dla pozyskiwania biomasy technologia jej zbioru winna być 
dostosowana do warunków klimatycznych regionu, w któ-

rym  jest  uprawiana.  Utworzenie  silnego  łańcucha zbioru 
biomasy zapewnia odpowiednia maszyna – kombajn gwaran-

tujący małe naciski kół na podłoże. Aby osiągnąć te podsta-

wowe wymagania należy rozważyć kilka rozwiązań. Alterna-

tywą  jest  zredukowanie  masy  kombajnu  lub  zwiększenie 

powierzchni  nacisku  kół  na  podłoże,  dlatego  technologia 

zbioru torfu rozważana jest w 4 wariantach: przy zastosowa-
niu technologii konwencjonalnej, przy zastosowaniu tzw. 

„małej  techniki”,  specjalnej  techniki  na  podwoziu  gąsieni-
cowym i specjalnej techniki na podwoziu balonowym. 

 

Celem  niniejszego artykułu jest prezentacja rozwiązań logi-
stycznych z zastosowaniem odpowiednich technologii pozy-

skania biomasy tworzących silny łańcuch logistyczny wspar-

Logistyka – nauka  

 

Logistyka 5/2013 

43 

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ty transportem. Koncepcje logistyczne przy zbiorze biomasy 

zostały  zidentyfikowane,  ocenione  i  zaprezentowane  w  for-
mie graficznej i opisowej. 
 
 
 

L

ITERATUR

 

1.   Brandweiner O., 2006,  Thermische Nutzung von Schilf im Ze-

mentwerk Mannersdorf  [Thermal use of reed in cement plant 
Mannersdorf], Pinkafeld, FH Burgenland. 

2.   FNR  (Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.) (Hrsg.), 

2007, Leitfaden Bioenergie: Planung, und Wirtschaftlichkeit 
von Bioenergieanlagen [bioenergy guide: planning, and econo-
mics of bioenergy plants], Gülzow, FNR. 

3.   Janinhoff A., 2008, Wann sind die Äcker zu weit weg?  [When 

the fields are to far away?], DLG-Mitteilungen 5, 34–40. 

4.   Prochnow A.; Kraschinski S., 2001, Angepasstes Befahren von 

Niedermoorgrünland  [Adjusted Negotiating fen grasslands], 
Merkblatt 323, Frankfurt, DLG (Deutsche Landwirtschafts-
gesellschaft). 

5.   Wichtmann W.; Tanneberger F., 2009, Feasibility of the use of 

biomass from re-wetted peatlands for climate and biodiversity 
protection in Belarus
, Greifswald, Michael Succow Stiftung 
zum Schutz der Natur 

6.   Wichmann S.; Wichtmann W., 2009, Energiebiomasse aus 

Niedermooren (ENIM) [Biomass for energy from fens], Endbe-
richt zum Forschungs-  und Entwicklungsprojekt, Greifswald,  
Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität 
Greifswald  

 

 

Logistyka – nauka  

 

Logistyka 5/2013 

44 


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