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Samuel Beckett: 

Gedichte

 

 
 
 

 

 

sonderreihe dtv 

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Das Buch 

 
»Becketts Gedichte halte ich für so vollendet, daß es Blasphemie 

wäre, auf beschränktem Raum etwas >darüber< aussagen zu wol- 
len, etwas mit Worten einfangen zu wollen, was sich eben nur 

durch Becketts eigene Worte für den Augenblick eines Gedichts 
lang einfangen ließ, was also der Leser nur selbst aus Becketts 

Worten selbst erfahren kann... Ich glaube persönlich, daß diese 
Gedichte noch wichtiger sind als die Ezra Pounds, schon weil sie 

in allem konzentrierter sind als die des großen Amerikaners. 
>Echos Gebein< enthält zehn montageartige längere Gebilde, in 

denen das Chaos nicht nur >durchschimmert< (wie Novalis es 
von jeder Dichtung postulierte), sondern in denen das Chaos ... 

selbst die Form ergibt und alles mit allem montiert und alles 

mit allem ad absurdum führt. Die französischen Texte des  2.  und 
3. Teiles sind letztmögliche Reduktion des Inhalts auf die Form, 

höchstmöglichste Beispiele gegenstandsloser Literatur<, Texte, 
die oft die Geschlossenheit, Durchsichtigkeit und Zauberruhe 

japanischer Haikus erreichen, ohne daß sie dabei je die Zeit, in 
der sie entstanden sind, und den Autor, dem sie sich verdanken 

oder >ausliefern<, verleugnen.« (Peter Hamm in >Die Tat<, Zürich) 
 

 
Der Autor 

 
Samuel Beckett, am 13.4. 1906 in Foxrock bei Dublin geboren, 

studierte moderne Sprachen. 1928 in Paris Bekanntschaft mit 
James Joyce; 1929 erste Veröffentlichungen. 1937 läßt er sich in 

Paris nieder; 1938 erscheint in London >Murphy<, sein erster 
Roman, den er später  selbst ins Französische übersetzt. Ab 1941 

arbeitet er in der Résistance; 1942 gelingt ihm in letzter Minute 
die Flucht vor der Gestapo. In den folgenden Jahren schreibt er 

unter anderem in englischer Sprache den Roman >Watt< und in 
französischer Sprache seine drei großen Romane >Molloy<, >Ma- 

lone stirbt< und >Der Namenlose<; den Durchbruch erzielter mit 
dem 1953 in Paris uraufgeführten Stück >Warten auf Godot<. 

1969 erhält Beckett den Nobelpreis für Literatur. Sein Werk 
umfaßt Romane, Prosastücke, Gedichte, Hörspiele, Theaterstücke 

(bei denen er zuweilen selbst Regie führt), das Fernsehspiel >He 
Joe< und einen >Film< benannten Film. Seine Geltung als einer 

der bedeutendsten Schriftsteller unserer Zeit ist unbestritten. 

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Samuel Beckett: 

Gedichte 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutscher 

Taschenbuch 

Verlag 

 

 

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Die Übertragungen aus dem Englischen sind von Eva Hesse, die 

aus dem Französischen von Elmar Tophoven. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ungekürzte Ausgabe 

September 1976 

Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, 

München 

Lizenzausgabe mit freundlicher Genehmigung des 

Limes Verlags, Wiesbaden und München 

Umschlaggestaltung: Celestino Piatti 

Gesamtherstellung: C.H. Beck'sche Buchdruckerei, 

Nördlingen 

Printed in Germany • 

ISBN 

3-423-05439-5 

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Inhalt 

 

 

 

Echo's bones (1933-1935) 
Echos Gebein 

 

The Vulture  .........................................................................................................

Der Geier 

Enueg ....................................................................................................................
Enueg 

Alba .......................................................................................................................

Alba 

Dortmunder ........................................................................................................

Dortmunder 

Sanies ....................................................................................................................

Ichor 

Serena ...................................................................................................................

Serena 

Malacoda  .............................................................................................................
Malacoda 

Da tagte es  ...........................................................................................................

Da tagte es 

Echo's bones ........................................................................................................

Echos Gebein 

Cascando  .............................................................................................................

Cascando 

 

 
 

 

10 

 

12 

 

20 

 

22 

 

24 

 

32 

 

42 

 

44 

 

46 

 

48 

 

 

 

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1937-1939 

 

elles viennent  .....................................................................................................

sie kommen 

à elle l'acte calme ...............................................................................................

für sie der ruhige Akt 
être là sans mâchoires sans dents ................................................................

da sein ohne Kiefer ohne Zähne 

Ascension  ............................................................................................................

Himmelfahrt 

La mouche ...........................................................................................................

Die Fliege 

musique de l'indifférence  ...............................................................................

Musik der Gleichgültigkeit 

bois seul ................................................................................................................

trink allein 
ainsi a-t-on beau  ................................................................................................

man kann also noch so viel 

Dieppe ..................................................................................................................

Dieppe 

Rue de Vaugirard ...............................................................................................

Rue de Vaugirard 

Arènes de Lutèce ...............................................................................................

Arènes de Lutèce 

jusque dans la caverne ciel et sol ..................................................................
bis in die Höhle Himmel und Erde 

 

 

 

54 

 

56 

 

58 

 

60 

 

62 

 

64 

 

66 

 

68 

 

70 

 

72 

 

74 

 

76 

 

 

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Six Poèmes (1947-1949) 

Sechs Gedichte 

 

bon bon il est un pays  ......................................................................................
gut gut es gibt ein Land 

Mort de A. D. .......................................................................................................

Tod von A. D. 

vive morte ma seule saison ............................................................................

es lebe tot meine einzige Jahrzeit 

je suis le cours de sable qui glisse  ................................................................

ich bin der Sandstreifen der sich 

que ferais-je sans ce monde  ...........................................................................

was würde ich tun ohne diese Welt 

je voudrais que mon amour meure  .............................................................
ich möchte daß meine Liebe stürbe 

 

 

 

 

80 

 

82 

 

84 

 

86 

 

88 

 

90 

 

 

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Echo's Bones 

Echos Gebein 

1933-1935 

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-  10  - 

The Vulture 

 

dragging his hunger through the sky 

of my skull shell of sky and earth 

 

stooping to the prone who must 

soon take up their life and walk 

 
mocked by a tissue that may not serve 

till hunger earth and sky be offal 

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-  11  - 

Der Geier 

 

zerrt seinen Hunger durch den Himmel 

meiner Hirnschale voll Himmel und Erde 

 

im Sturzflug auf die bäuchlings Liegenden 

die so bald zum Leben aufstehn und wandeln müssen 

 
von einem Zellgeweb verhöhnt das taugen mag 

wenn Hunger Erd und Himmel Aas geworden 

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-  12  - 

Enueg 

 

 

Exeo in a spasm 

tired of my darling's red sputum 

from the Portobello Private Nursing Home 

its secret things 
and toil to the crest of the surge of the steep perilous bridge 

and lapse down blankly under the scream of the hoarding 

round the bright stiff banner of the hoarding 

into a black west 

throttled with clouds. 

 

Above the mansions the algum-trees 

the mountains 

my skull sullenly 
clot of anger 

skewered aloft strangled in the cang of the wind 

bites like a dog against its chastisement. 

 

I trundle along rapidly now on my ruined feet 

flush with the livid canal; 

at Parnell Bridge a dying barge 

carrying a cargo of nails and timber 

rocks itself softly in the foaming cloister of the lock; 

on the far bank a gang of down and outs would seem to be mending a  

beam 

 

Then for miles only wind 

and the weals creeping alongside on the water 

and the world opening up to the south 

across a travesty of champaign to the mountains 

and the stillborn evening turning a filthy green 

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-  13  - 

Enueg 

 

 

Exeo mit einer Zuckung 

müde des roten Sputums meiner Liebsten 

aus dem Portobello Privaten Kurheim 

seiner heimlichen Dinge 
und krebse mich auf den Kamm der Wallung, den steilen gefährlichen  

Schwibbogen 

und sacke leer hinab unterm Gellen der Anschlagzäune 

dem grellen brettsteifen Banner der Zäune 

in einen schwarzen Westen 

wolkengewürgt. 

 

Über den Villen die Algos-Bäume 

die Berge 
mein Hirn, verstocktes 

Zorn-Gerinnsel 

hochgespießt, gedrosselt in der Garotte des Windes 

schnappt um sich wie ein Hund der Hiebe kriegt. 

 

Ich trudle dahin, rasch nun auf meinen kaputten Füßen 

fliegende Röte von dem bleiblauen Kanal; 

an der Parnell-Brücke ein sterbender Leichter 

beladen mit Bauholz und Nägeln 

wiegt sich leise in der schaumigen Kammer der Schleuse; 
auf dem ändern Ufer hantiert ein abgerissner Haufen ' wie's scheint an  

einem Balken. 

 

Dann meilenweit nur Wind 

und Schwielen die längsseits auf dem Wasser kribbeln 

wo die Welt sich nach Süden auftut 

als Flachland verkappt zu den Bergen, 

und der totgeborne Abend verfärbt sich schmutziggrün, 

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-  14  - 

manuring the night fungus 

and the mind annulled 

wrecked in wind. 

 

I splashed past a little wearish old man, 

Democritus, 

scuttling along between a crutch and a stick, 

his stump caught up horribly, like a claw, under his breech, 
smoking. 

Then because a field on the left went up in a sudden blaze 

of shouting and urgent whistling and scarlet and blue ganzies 

I stopped and climbed the bank to see the game. 

A child fidgeting at the gate called up: 

»Would we be let in Mister?« 

»Certainly« I said »you would.« 

But, afraid, he set off down the road. 

»Well« I called after him »why wouldn't you go on in?« 
»Oh« he said, knowingly, 

»I was in that field before and I got put out.« 

So on, 

derelict, 

as from a bush of gorse on fire in the mountain after dark, 

or, in Sumatra, the jungle hymen, 

the still flagrant rafflesia. 

 

Next: 

a lamentable family of grey verminous hens, 
perishing out in the sunk field, 

trembling, half asleep, against the closed door of a shed, 

with no means of roosting. 

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-  15  - 

berieselt den Nachtschwamm 

und der Geist getilgt 

zerschellt im Wind. 

 

Ich stapfe vorbei an einem üblen kleinen Greis, 

Demokritus, 

einherzuckelnd zwischen einer Krücke und einem Stock 

sein Stumpf greulich aufgesteckt, klauengleich, unter der Hose, 
rauchend. 

Und dann, weil linkerhand ein Feld jach aufstob in einer Entladung 

von Johlen und durchdringenden Pfiffen und roten und blauen Trikots 

hielt ich an und stieg auf die Böschung mir das Spiel anzusehn. 

Ein Kind, zapplig am Gatter, rief zu mir rauf: 

»Lassen die uns 'rein, Herr?« 

»Gewiß«, sagte ich, »dich schon.« 

Doch er, ängstlich, setzte seinen Weg fort. 

»Na«, rief ich ihm nach, »warum willst du denn nicht 'rein?« 
»Oh«, sagte er gewitzigt, 

»Ich war schon mal drinnen und sie warfen mich 'raus.« 

Weiter dann, 

preisgegeben, 

wie ein brennender Ginsterstrauch am Berghang nach Einfall der 

Dunkelheit, 

oder, in Sumatra, der Hymen des Dschungels, 

die noch schwelende Rafflesia. 

 

Dann: 
eine erbärmliche Sippe von grauen milbigen Hühnern, 

die draußen auf dem tiefgelegenen Feld eingehen, 

zitternd, im Halbschlaf, vor der geschlossenen Schuppentür 

ohne Stange zum Schlafen. 

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-  16  - 

The great mushy toadstool, 

green-black, 

oozing up after me, 

soaking up the tattered sky like an ink of pestilence, 

in my skull the wind going fetid, 

the water ... 

 

Next: 
on the hill down from the Fox and Geese into Chapelizod 

a small malevolent goat, exiled on the road, 

remotely pucking the gate of his field; 

the Isolde Stores a great perturbation of sweaty heroes, 

in their Sunday best, 

come hastening down for a pint of nepenthe or moly or half and half 

from watching the hurlers above in Kilmainham. 

 

Blotches of doomed yellow in the pit of the Liffey; 
the fingers of the ladders hooked over the parapet, 

soliciting; 

a slush of vigilant gulls in the grey spew of the sewer. 

 

Ah the banner 

the banner of meat bleeding 

on the silk of the seas and the arctic flowers 

that do not exist. 

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-  17  - 

Der große breiige Giftpilz, 

grün-schwarz, 

quillt hinter mir herauf, 

saugt sich im Fetzenhimmel ein wie eine Seuchentinte, 

in meinem Schädel steht der Wind um, 

das Wasser ... 

 

Dann: 
Auf dem Hang von the Fox and Geese nach Chapelizod hinunter - 

eine kleine bösartige Geiß, auf die Straße verbannt, 

stupst zerstreut das Gatter zu ihrer Weide; 

der Kolonialwarenladen ein großer Auflauf schweißnasser Helden 

in Sonntagsanzügen 

kommen vom Hurleyspiel droben in Kilmainham 

herabgeeilt auf ein Maß Nepenthe oder Molü oder Halbe-Halbe. 

Verblassende gelbe Flecken im Schlund des Liffey; 

die Finger der Leitern über die Brüstung gehakt; 
heranwinkend; 

ein Schäumen wachsamer Möwen im grauen Auswurf der Sielen. 

 

Ah das Banner 

das Banner des Fleisches 

blutend auf die Seide der Meere und die arktischen Blumen 

die es nicht gibt. 

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-  18  - 

II 

 

world world world world 

and the face grave 

cloud against the evening 

 

de morituris nihil nisi 

 
and the face crumbling shyly 

too late to darken the sky 

blushing away into the evening 

shuddering away like a gaffe 

 

veronica mundi 

veronica munda 

give us a wipe for the love of Jesus 

 
sweating like Judas 

tired of dying 

tired of policemen 

feet in marmalade 

perspiring profusely 

heart in marmalade 

smoke more fruit 

the old heart the old heart 

breaking outside congress 

doch I assure thee 
lying on O'Connell Bridge 

goggling at the tulips of the evening 

the green tulips 

shining round the corner like an anthrax 

shining on Guinness's barges 

 

the overtone the face 

too late to brighten the sky 

doch doch I assure thee 

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-  19  - 

II 

 

Welt Welt Welt Welt 

und das Gesicht ernst 

Wolke auf Abendgrund 

 

de morituris nihil nisi 

 
zag zergeht das Gesicht 

zu spät um den Himmel zu trüben 

der schamrot in den Abend blickt, 

wegschaudernd wie vor einer gaffe 

 

veronica mundi 

veronica munda 

um Jesu willen wisch uns ab 

 
schwitzen wie Judas 

müde vor Sterben 

müde der Polizisten 

Füße in Marmelade 

ausgiebig schwitzend 

Herz in Marmelade 

raucht mehr Obst 

das alte Herz das alte Herz 

bricht abseits von Verkehr 

doch ich sage dir 
liege auf der O'Connell-Brücke 

und gaff die Tulpen des Abends an 

die grünen Tulpen 

die ums Eck leuchten wie Milzbrand 

die auf die Guinness-Leichter leuchten 

 

der Farbton, das Gesicht 

zu spät um den Himmel zu hellen 

doch doch ich sage dir 

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-  20  - 

Alba 

 

before morning you shall be here 

and Dante and the Logos and all strata and mysteries 

and the branded moon 

beyond the white plane of music 

that you shall establish here before morning 

 

grave suave singing silk 

stoop to the black firmament of areca 

rain on the bamboos flower of smoke alley of willows 

 

who though you stoop with fingers of compassion 

to endorse the dust 

shall not add to your bounty 

whose beauty shall be a sheet before me 

a statement of itself drawn across the tempest of emblems 
so that there is no sun and no unveiling 

and no host 

only I and then the sheet 

and bulk dead 

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-  21  - 

Alba 

noch vor dem Morgen kommst du hier an 

und Dante und der Logos mit allen Sphären und Mysterien 

und der angeschalmte Mond 

jenseits der weißen Grenze der Musik 

die du hier setzen wirst noch vor dem Morgen 

 

ernste gleitende singende Seide 
neig dich zum schwarzen Firmament aus Betelpalmen 

regne auf Bambusgras Rauchblumen Weidengassen 

 

neigst du dich auch mit mitleidigen Fingern 

den Staub zu unterfertigen 

wird deiner Großmut nichts hinzugetan 

deren Schönheit ein Vorhang sein soll vor mir 

eine Urkunde ihrer selbst, aufgesetzt querhin über den Schwall der  

Sinnbilder 

so daß es keine Sonne gibt, keine Enthüllung 

und keine Heerschar 

bloß mich und dann noch den Vorhang 

und tote Fracht. 

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-  22  - 

Dortmunder 

 

In the magic the Homer dusk 

past the red spire of sanctuary 

I null she royal hulk 

hasten to the violet lamp to the thin K'in music of the bawd. 

She stands before me in the bright stall 

sustaining the jade splinters 
the scarred signaculum of purity quiet 

the eyes the eyes black till the plagal east 

shall resolve the long night phrase. 

Then, as a scroll, folded, 

and the glory of her dissolution enlarged 

in me, Habbakuk, mard of all sinners. 

Schopenhauer is dead, the bawd 

puts her lute away. 

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-  23  - 

Dortmunder 

 

In dem verhexten, dem homerischen Zwielicht 

vorbei am roten Turmknauf des Zufluchtsorts 

ich nichtig, sie ein stattlicher Holk 

haste zur roten Lampe, zur schrillen K'in-Weise der Hure. 

Sie steht vor mir in der grellen Bude 

gepfählt von jadnen Tonsplittern 
das vernarbte Hymen ihrer Reinheit still 

die Augen, die Augen schwarz bis der plagale Orient 

das lange Nachtmotiv auflöst. 

Dann, aufgerollt wie ein Pergament, 

und die Glorie ihrer Verkommenheit überhöht 

in mir, Habakuk, merde aller Sünder. 

Schopenhauer ist tot, das Mensch 

packt seine Laute weg. 

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-  24  - 

Sanies 

 

 

all the livelong way this day of sweet showers from Portrane on the 

seashore 

Donabate sad swans of Turvey Swords 

pounding along in three ratios like a sonata 
like a Ritter with pommelled scrotum atra cura on the step 

Botticelli from the fork down pestling the transmission 

tires bleeding voiding zeep the highway 

all heaven in the sphincter 

the sphincter 

 

müüüüüüüde now 

potwalloping now through the promenaders 

this trusty all-steel this super-real 
bound for home like a good boy 

where I was born with a pop with the green of the larches 

ah to be back in the caul now with no trusts 

no fingers no spoilt love 

belting along in the meantime clutching the bike 

the billows of the nubile the cere wrack 

pot-valiant caulless waisted in rags hatless 

for mamma papa chicken and ham 

warm Grave too say the word 

happy days snap the stem shed a tear 
this day Spy Wedsday seven pentades past 

oh the larches the pain drawn like a cork 

the glans he took the day off up hill and down dale 

with a ponderous fawn from the Liverpool London and Globe 

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-  25  - 

Ichor 

 

 

den ganzen lieben langen Weg an diesem Tag der linden Regenschauer  

von Portrane am Meerstrand 

Donabate, Turveys triste Schwäne, Swords 

strample daher in drei Gängen wie eine Sonate 
wie ein Ritter mit sattel-geknufftem scrotum atra cura auf dem Pedal 

Botticelli von der Gabel abwärts stößelt das Getriebe 

blutende Reifen sausen, leeren die Fahrbahn 

das ganze Himmelreich im Sphinkter 

dem Sphinkter 

 

müüüüüüüde jetzt 

Tretmühle durch die Lustwandler 

dies vielgetreue Nierost, dies Über-Echte 
heimwärts zu, ein braver Bub 

wo ich geboren bin mit einem Knall mit dem Grün der Lärchen 

ah, wieder in der Eihaut zu stecken jetzt, ohne Verbindlichkeit 

ohne Finger, ohne verfahrene Liebe 

dahinschnellen mittlerweil aufs Fahrrad gekauert 

die Wölbungen der Mannbaren der wächserne Ruin 

bierdreist, eihaut-los, Lumpenleibchen, hutlos 

für Mamma, Pappa, Hühnchen und Wammel 

dazu warmen Grave, sag wieviel 

glückliche Tage, kapp den Stengel, verdrück eine Träne 
heute am Kiek-Mittloch sieben Pentaden her 

o die Lärchen, der Schmerz wie Entkorken 

die Eichel die er an seinem freien Tag nahm bergauf talab 

mit einem schwerfälligen Reh vom Liverpool London and Globe 

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-  26  - 

back the shadows lengthen the sycomores are sobbing 

to roly-poly oh to me a spanking boy 

buckets of fizz childbed is thirsty work 

for the midwife he is gory 

for the proud parent he washes down a gob of gladness 

for footsore Achates also he pants his pleasure 

sparkling beestings for me 

tired now hair ebbing gums ebbing ebbing home 
good as gold now in the prime after a brief prodigality 

yea and suave 

suave urbane beyond good and evil 

biding my time without rancour you may take your oath 

distraught half-crooked courting the sneers of these fauns these smart  

nymphs  

clipped like a pederast as to one trouser-end 

sucking in my bloated lantern behind a Wild Woodbine 

cinched to death in a filthy slicker 
flinging the proud Swift forward breasting the swell of Stürmers 

I see main verb at last 

her whom alone in the accusative 

I have dismounted to love 

gliding towards me dauntlees nautch-girl on the face of the waters 

dauntless daughter of desires in the old black and flamingo 

get along with you now take the six the seven the eight or the little single- 

decker 

take a bus for all I care walk cadge a lift 

home to the cob of your web in Holles Street 
and let the tiger go on smiling 

in our hearts that funds ways home 

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-  27  - 

hinten werden die Schatten lang, die Ahornbäume schluchzen 

'nen kugelrunden o mir 'nen strammen Jungen 

eimervoll Sprudel Kindbett ist durstige Arbeit 

der Hebamme ist er blutig 

dem stolzen Vater spült es 'nen Klumpen Freude 'runter 

dem fußkranken Achates auch keucht er vor Lust 

perlende Biestmilch mir 

müde nun, Haar weicht zurück, Zahnfleisch weicht zurück zum Ausgang 
goldbrav jetzt in der Reife nach kurzem Ausschweif 

ja ja und glatt 

weltmännisch glatt jenseits Gut und Böse 

abwartend ohne Groll, kannst den Eid drauf nehmen 

zerrüttet, halbkrumm, den Hohn dieser Faune, dieser flotten Nymphen  

herausfordernd 

gestutzt wie ein Päderast an einem Hosenbein 

zieh meine aufgeblähte Laterne ein, hinter einem Glimmstengel 

halb zu Tode geschnallt in einem schmierigen Klepper 
werfe den stolzen Swift heraus, biete die Brust dem Andrang der Stürmer 

sehe das Hauptzeitwort endlich 

sie, von der allein im zielenden Fall 

ich absaß um sie zu lieben 

gleitet auf mich zu, furchtlose Bauchtänzerin auf dem Spiegel der Wasser 

furchtlose Tochter der Lust in dem alten Schwarz- und-Flamingo 

mach daß du jetzt wegkommst, nimm die Sechs die Sieben die Acht oder  

den kleinen Eindecker 

nimm den Bus, von mir aus geh zu Fuß, fahr per Anhalter 

heim zum Gespinst deines Hamens in Holles Street 
und laß den Tiger dessen Wege nachhause münden 

weiterhin in unsren Herzen schmunzeln 

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-  28  - 

II 

 

there was a happy land 

the American Bar 

in Rue Mouffetard 

there were red eggs there 

I have a dirty I say henorrhoids 

coming from the bath 
the steam the delight the sherbet 

the chagrin of the old skinnymalinks 

slouching happy body 

loose in my stinking old suit 

sailing slouching up to Puvis the gauntlet of tulips 

lash lash me with yaller tulips I will let down 

my stinking old trousers 

my love she sewed up the pockets alive the live-oh she did she said that 

was  

better 

spotless then within the brown rags gliding 

frescoward free up the fjord of dyed eggs and thongbells 

I disappear don't you know into the local 

the mackerel are at billiards there they are crying the scores 

the Barfrau makes a big impression with her mighty bottom 

Dante and blissful Beatrice are there 

prior to Vita Nuova 

the balls splash no luck comrade 

Gracieuse is there Belle-Belle down the drain 
booted Percinet with his cobalt jowl 

they are necking gobble-gobble 

suck is not suck that alters 

lo Alighieri has got off au revoir to all that 

I break down quite in a titter of despite 

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-  29  - 

II 

 

es gab ein seliges Land 

die American Bar 

in Rue Mouffetard 

es gab dort rote Eier 

ich hab eine dreckige ich nenn's Henorrhoiden 

aus dem Bad kommend 
der Dampf das Behagen der Sorbett 

der Verdruß des alten langen Lulatsch 

flezender glücklicher Leib 

lose in meinem alten stinkigen Anzug 

schlendre auf Puvis zu die Spießruten-Tulpen 

peitsche peitsche mich mit gelben Tulpen ich will 

'runterlassen meine alte stinkige Hose 

mein Lieb sie nähte die Taschen zu lebig o lebig das tat sie, sie sagte so 

war's  

besser 

blitzblank dann in den braunen Lumpen drinnen rutschen 

freskowärts frei hinan den Fjord, eingefärbte Eier und Glockenschwengel 

ich verschwinde mir nichts dir nichts in der Kneipe 

die Makrelen sind dort beim Billardspiel, sie rufen die Punktzahl aus 

die Barfrau schindet Eindruck mit ihrem mächtigen Hintern 

Dante und die selige Beatrice sind da 

vor der Vita Nuova 

die Bälle sprengen kein Glück Genosse 

Gracieuse ist dort Belle-Belle vor die Hunde 
Percinet gestiefelt, mit seinem blauen Kinnladen 

sie knutschen tucktuck 

Lutsch ist nicht Lutsch so er sich wandelt 

lo Alighieri hat sich verzogen au revoir all dem 

mir entfährt ein hämisch Gekicher 

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-  30  - 

hark 

upon the saloon a terrible hush 

a shiver convulses Madame de la Motte 

it courses it peals down her collops 

the great bottom foams into stillness 

quick quick the cavaletto supplejacks for mumbo-jumbo 

vivas puellas mortui incurrrrrsant boves 

oh subito subito ere she recover the cang bamboo for bastinado 
a bitter moon fessade à la mode 

oh Becky spare me I have done thee no wrong spare me damn thee 

spare me good Becky 

call off thine adders Becky I will compensate thee in full 

Lord have mercy upon 

Christ have mercy upon us 

 

Lord have mercy upon us 

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-  31  - 

horch 

über die Kneipe kommt schreckliches Schweigen 

ein Schauder durchfährt Madame de la Motte 

er läuft, er dröhnt ihre Schnitzel herunter 

der große Hintere schwingt sich aus zum Stillstand 

rasch rasch das cavaletto, Rohrstöcke für den Hokuspokus 

vivas puellas mortui incurrrrrsant boves 

oh subito subito eh sie sich erholt die cangue Bambus für bastinade 
ein bittrer Mond fessade à la mode 

oh Becky erspar's mir, ich hab dir nichts getan, erspar's mir verflucht 

erspar's mir liebe Becky 

ruf deine Nattern ab Becky, ich will dir's voll entgelten 

Herr erbarme dich 

Christus erbarme dich unser 

 

Herr erbarme dich unser 

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-  32  - 

Serena 

 

 

without the grand old British Museum 

Thales and the Aretino 

on the bosom of the Regent's Park the phlox 

crackles under the thunder 
scarlet beauty in our world dead fish adrift 

all things full of gods 

pressed down and bleeding 

a weaver-bird is tangerine the harpy is past caring 

the condor likewise in his mangy boa 

they stare out across monkey-hill the elephants 

Ireland 

the light creeps down their old home canyon 

sucks me aloof to that old reliable 
the burning btm of George the drill 

ah across the way a adder 

broaches her rat 

white as snow 

in her dazzling oven Strom of peristalsis 

limae labor 

 

ah father father that art in heaven 

 

I find me taking the Crystal Palace 
for the Blessed Isles from Primrose Hill 

alas I must be that kind of person 

hence in Ken Wood who shall find me 

my breath held in the midst of thickets 

none but the most quarried lovers 

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-  33  - 

Serena 

 

 

vor dem guten alten British Museum 

weg von Thales und dem Aretino 

auf dem Busen des Regent's Park knistert 

der Phlox unterm Donnerschlag 
rote Schönheit in unserer Welt treibende tote Fische 

alle Dinge voll Götter 

niedergepreßt und blutend 

ein Webervogel ist mandarinenrot, die Harpyie ist darüber hinaus 

auch der Kondor in seiner räudigen Boa 

sie stieren auf den Affenberg hinüber die Elefanten 

Irland 

das Licht kriecht hinunter in ihre alte Heimatklamm 

saugt mich windseitig zu jenem alten Zugstück 
dem brennenden Hintern von George dem Pavian 

ah auf der drübern Seite zapft 

eine Natter ihre Ratte an 

weiß wie Schnee 

in ihrem heißen Ofenschlund der Peristaltik 

limae labor 

 

ah Vater Vater der du bist im Himmel 

 

ich ertappe mich wie ich vom Primrose Hill 
den Crystal Palace für die seligen Inseln anseh 

o weh ich muß so einer sein 

weshalb im Ken Wood mich keiner finden wird 

mitten im Dickicht mit angehaltenem Atem 

als die gejagtesten Liebesleut 

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-  34  - 

I surprise me moved by the many a funnel hinged 

for the obeisance to Tower Bridge 

the viper's curtsy to and from the City 

till in the dusk a lighter 

blind with pride 

tosses aside the scarf of the bascules 

then in the grey hold of the ambulance 

throbbing on the brink ebb of sighs 
then I hug me below among the canaille 

until a guttersnipe blast his cernèd eyes 

demanding 'ave I done with the Mirror 

I stump off in a fearful rage under Married Men's Quarters 

Bloody Tower 

and afar off at all speed screw me up Wren's giant bully 

and curse the day caged panting on the platform 

under the flaring urn 

I was not born Defoe 
 

but in Ken Wood 

who shall find me 

 

my brother the fly 

the common housefly 

sidling out of darkness into light 

fastens on his place in the sun 

whets his six legs 

revels in his planes his poisers 
it is the autumn of his life 

he could not serve typhoid and mammon 

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-  35  - 

ich überrasche mich wie ich gerührt bin von den vielen Schloten 

die angewinkelt sind vor Tower Bridge, bücklings 

der Schlangenknicks hin und zurück zur City 

bis in der Dämmerung ein Leichter 

von Übermut geblendet 

die Überfalzung der Schnellbalken abschält 

dann in dem grauen Laderaum des Unfallwagens 

pochend am Rand verebbender Seufzer 
dann halt ich mir den Leib unter dem Gesindel 

bis ein verflixter Rotzbengel mit schwarzumringten Augen 

fragt ob ich mit der Zeitung fertig bin 

ich stapfe davon furchtbar aufgebracht vorbei an dem Quartier für  

Verheiratete Männer 

Blutiger Tower 

und in die Ferne, schraub mich mit Volldampf Wrens Riesenturm hinauf 

und verfluche den Tag im Bau, keuchend auf der Plattform 

unter der lodernden Urne 
bin kein geborener Defoe 

 

doch im Ken Wood 

wer findet mich da 

 

meine Schwester die Fliege 

die Stubenfliege 

tänzelt aus dem Schatten ans Licht 

heftet sich auf ihren Platz an der Sonne 

wetzt ihre sieben Beine 
schwelgt in ihren Tragflächen und Peilern 

sie steht im Herbst ihres Lebens 

und taugt nicht mehr für Typhus oder Mammon 

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-  36  - 

II 

 

this clonic earth 

 

see-saw she is blurred in sleep 

she is fat half dead the rest is free-wheeling 

part the black shag the pelt 

is ashen woad 
snarl and howl in the wood wake all the birds 

hound the harlots out of the ferns 

this damfool twilight threshing in the brake 

bleating to be bloodied 

this crapulent hush 

tear its heart out 

 

in her dreams she trembles again 

way back in the dark old days panting 
in the claws of the Pins in the stress of her hour 

the bag writhes she thinks she is dying 

the light fails it is time to lie down 

Clew Bay vat of xanthic flowers 

Croagh Patrick waned Hindu to spite a pilgrim 

she is ready she has lain down above all the islands of glory 

straining now this Sabbath evening of garlands 

with a yo-heave-ho of able-bodied swans 

out from the doomed land their reefs of tresses 

in a hag she drops her young 
the whales in Blacksod Bay are dancing 

the asphodels come running the flags after 

she thinks she is dying she is ashamed 

 

she took me up on to a watershed 

whence like the rubrics of a childhood 

behold Meath shining through a chink in the hills 

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-  37  - 

II 

 

diese klonische Erden- 

 

wippe, sie ist schlaf-schwiemlig 

sie ist feist, halbtot, der Rest ist Leerlauf 

scheitle die Noppe die Haut 

ist aschfarbner Waid 
Geheul und Geknurr im Wald weckt alle Vögel 

hetzt die Huren aus dem Farn 

dies saublöde Zwielicht drischt durchs Buschwerk 

blökt nach dem Blutanstrich 

diesem schwelgenden Schweigen 

reiße das Herz aus 

 

in ihren Träumen bebt sie wieder 

in längst verstrichenen dunklen alten Tagen keuchend 
in der Zange der Pins in ihrer Stunde der Not 

der Sack krümmt sich, sie glaubt zu sterben 

das Licht versiegt, es ist Zeit zum Hinlegen 

Clew-Bay, Lohgrube xanthischer Blumen 

Croagh Patrick dämmert zum Hindu einem Pilger zum Trotz 

sie ist soweit, hat sich hingelegt über alle Inseln der Glorie 

angespannt nun an diesem Sabbatabend der Tau-Kränze 

mit dem »Hau-ruck-zuck!« der rüstigen Schwäne 

seewärts vom heimgesuchten Land, ihre Lockenreffs 

auf einer Bülte wirft sie ihre Jungen 
die Walfische tanzen in Blacksod Bay 

die Asphodelen kommen gelaufen, die Ilgen hinterher, 

sie glaubt zu sterben, sie schämt sich 

 

sie nahm mich mit zu einer Wasserscheide 

wo gleich den Rubriken einer Kindheit 

Meath leuchtet durch einen Bergsattel 

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-  38  - 

posses of larches there is no going back on 

a rout of tracks and streams fleeing to the sea 

kindergartens of steeples and then the harbour 

like a woman making to cover her breasts 

and left me 

 

with whatever trust of panic we went out 

with so much shall we return 
there shall be no loss of panic between a man and his dog 

bitch though he be 

 

sodden packet of Churchman 

muzzling the cairn 

it is worse than dream 

the light randy slut can't be easy 

this clonic earth 

all these phantoms shuddering out of focus 
it is useless to close the eyes 

all the chords of the earth broken like a woman pianist's 

the toads abroad again on their rounds 

sidling up to their snares 

the fairy-tales of Meath ended 

so say your prayers now and go to bed 

your prayers before the lamps start to sing behind the larches 

here at these knees of stone 

then to bye-bye on the bones 

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-  39  - 

Rotten von Lärchen ein Wust von Pfaden und Strömen 

die zum Meer hinfliehen und keine Umkehr 

Kindergärten von Kirchtürmen und dann der Hafen 

wie eine Frau im Begriff ihre Brüste zu verdecken 

und verließ mich 

 

mit soviel gemeinsamer Panik wir antraten 

mit soviel kehren wir wieder heim 
zwischen einem Mann und seinem Hund soll keine Panik verlorengehn 

und sei er auch eine Hündin 

 

durchweichtes Päckchen Churchman 

gibt für den Terrier einen Maulkorb 

es ist ärger als träumen 

diese leichte rauhbeinige Schlampe ist nicht hinzukriegen 

diese klonische Erde 

all diese Phantome verwackeln beim Hinsehn 
es ist zwecklos die Augen zu schließen 

alle Saiten der Erde zerrissen wie die einer Pianistin 

die Padden gehn wiederum ihre Runden 

machen sich an ihre Beute heran 

die Märchen von Meath zu Ende 

also sag jetzt dein Gebet und geh zu Bett 

dein Gebet eh die Lampen zu singen anfangen hinter den Lärchen 

hier an diesen Knien aus Stein 

dann heiah heiah an das Gebein 

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-  40  - 

III 

 

fix this pothook of beauty on this palette 

you never know it might be final 

 

or leave her she is paradise and then 

plush hymens on your eyeballs 

 
or on Butt Bridge blush for shame 

the mixed declension of those mammae 

cock up thy moon thine and thine only 

up up up to the star of evening 

swoon upon the arch-gasometer 

on Misery Hill brand-new carnation 

swoon upon the little purple 

house of prayer 

something heart of Mary 
the Bull and Pool Beg that will never meet 

not in this world 

 

whereas dart away through the cavorting scapes 

bucket o'er Victoria Bridge that's the idea 

slow down slink down the Ringsend Road 

Irishtown Sandymount puzzle find the Hell Fire 

the Merrion Flats scored with a thrillion sigmas 

Jesus Christ Son of God Saviour His Finger 

girls taken strippin that's the idea 
on the Bootersgrad breakwind and water 

the tide making the dun gulls in a panic 

the sands quicken in your hot heart 

hide yourself not in the Rock keep on the move 

keep on the move 

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-  41  - 

III 

 

häng diesen Fleischhaken der Schönheit an die Palette 

es könnte endgültig sein, man kann nie wissen 

 

oder verlaß sie, die das Paradies ist und dann 

Plüsch-Hymens auf deinen Augäpfeln 

 
oder, auf der Butt-Bridge, werde rot vor Scham 

das beiderlei Gefalle jener Mammae 

richtet deinen Mond auf, nur dir allein 

auf auf auf zum Abendstern 

sink hin auf den Erz-Gasometer 

auf den Jammerberg, nagelneues Inkarnat 

sink hin auf dem kleinen brandroten 

Bethaus 

irgendwas Herz Maria 
der Bull und Pool Beg die können nie zueinander 

nicht auf dieser Welt 

 

wogegen stürze davon durch tollende Schäfte 

wetz über die Victoria Bridge so ist's recht 

langsam jetzt schleich dich die Ringsend Road entlang 

Irishtown Sandymount suche den Höllenbrand 

das Merrion Sandwatt gezeichnet von Viellionen Sigmas 

Jesus Christus Sohn Gottes dem Erlöser sein Finger 

Mädchen beim Ausziehn geschnappt, so ist's recht 
auf dem Bootersgrad Wind- und Wellenbrecher 

die Flut versetzt die fehlfarbnen Möwen in Panik 

der Sand rinnt schneller durch dein heißes Herz 

stiehl dich nicht in die feste Burg, bleib in Fahrt 

bleib in Fahrt 

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-  42  - 

Malacoda 

 

thrice he came 

the undertaker's man 

impassible behind his scutal bowler 

 

to measure 

is he not paid to measure 
this incorruptible in the vestibule 

this Malebranca knee-deep in the lilies 

Malacoda knee-deep in the lilies 

Malacoda for all the expert awe 

that felts his perineum mutes his signal 

sighing up through the heavy air 

must it be it must be it must be 

find the weeds engage them in the garden 

hear she may see she need not 
 

to coffin 

with assistant ungulata 

find the weeds engage their attention 

hear she must see she need not 

 

to cover 

to be sure cover cover all over 

your targe allow me hold your sulphur 

divine dogday glass set fair 
stay Scarmilion stay stay 

lay this Huysum on the box 

mind the imago it is he 

hear she must see she must 

all aboard all souls 

half-mast aye aye 

 

nay 

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-  43  - 

Malacoda 

 

dreimal kam er 

der Mann vom Begräbnisverein 

unerforschlich hinter dem hürnenen Bowler 

 

Maß zu nehmen 

zahlt man ihm nicht, daß er Maß nimmt 
an diesem Unverderblichen im Vorplatz 

diesem Malebranca kniehoch in den Lilien 

Malacoda kniehoch in den Lilien 

Malacoda trotz der gekonnten Andacht 

die sein Perinaeum verfilzt, sein Signal dämpft 

aufstöhnend durch die dumpfe Luft 

muß es sein, muß es sein, muß es sein 

findet den Flor im Garten, bindet mit ihr an 

hören darf sie, sehen braucht sie nicht 
 

einzusargen 

mit Hilfe andrer Hufträger 

findet den Flor und nehmt ihn in Anspruch 

hören muß sie, sehen braucht sie nicht 

 

zudecken 

gut zudecken, das Schwarze ganz zudecken, 

gestatte, halte deinen Schwefel 

Pfundshundstag, das Barometer hoch 
bleib Scarmiglione bleib 

leg diesen Huysum auf den Kasten 

paßt auf das Imago auf denn das ist er 

hören muß sie, sehen muß sie 

alles einsteigen, alle Seelen 

halbmast ja ja 

 

nein 

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-  44  - 

Da tagte es 

 

redeem the surrogate goodbyes 

the sheet astream in your hand 

who have no more for the land 

and the glass unmisted above your eyes 

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-  45  - 

Da tagte es 

 

lös ein das ausgetauschte Lebwohlsagen 

das Linnen entrollt in deiner Hand 

mehr hast du nicht übrig fürs Land 

und das Glas über deinen Augen unbeschlagen 

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-  46  - 

Echo's Bones 

 

asylum under my tread all this day 

their muffled revels as the flesh falls 

breaking without fear or favour wind 

the gantelope of sense and nonsense run 

taken by the maggots for what they are 

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-  47  - 

Echos Gebein 

 

Obdach unter meinem Rist den ganzen Tag 

ihr dumpfes Schmausen derweil das Fleisch fällt 

und lassen Wind sonder Verlaub und Gunst 

der Rutenlauf von Sinn und Unsinn ist getan 

die Maden nehmen sie schlechthin so wie sie sind. 

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-  48  - 

Cascando 

 

 

why not merely the despaired of 

occasion of 

wordshed 

 
is it not better abort than be barren 

 

the hours after you are gone are so leaden 

they will always start dragging too soon 

the grapples clawing blindly the bed of want 

bringing up the bones the old loves 

sockets filled once with eyes like yours 

all always is it better too soon than never 

the black want splashing their faces 
saying again nine days never floated the loved 

nor nine months 

nor nine lives 

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-  49  - 

Cascando 

 

 

warum nicht bloß die aufgegebene 

Gelegenheit zum 

Worterguß 

 
ist es nicht besser abtreiben als unfruchtbar sein 

 

die Stunden da du fort bist sind so bleiern 

zu früh fangen sie immer an zu schleppen 

die Enterhaken tasten blind ins Bett der Notdurft 

holen die Knochen 'rauf, die alten Liebschaften 

Höhlen einst angefüllt mit Augen wie deinen 

stets immer ist es besser zu früh als nimmer 

die schwarze Not spritzt ihnen ins Gesicht 
sagen wieder, weder neun Tage machten das Geliebte flott 

noch neun Monde 

noch neun Leben 

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-  50  - 

II 

 

saying again 

if you do not teach me I shall not learn 

saying again there is a last 

even of last times 

last times of begging 

last times of loving 
of knowing not knowing pretending 

a last even of last times of saying 

if you do not love me I shall not be loved 

if I do not love you I shall not love 

 

the churn of stale words in the heart again 

love love love thud of the old plunger 

pestling the unalterable 

whey of words 
 

terrified again 

of not loving 

of loving and not you 

of being loved and not by you 

of knowing not knowing pretending 

pretending 

 

I and all the others that will love you 

if they love you 
 

 

III 

 

unless they love you 

 

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-  51  - 

II 

 

sagen wieder 

lehrst du mich nicht so werde ich nicht lernen 

sagen wieder es gibt ein letztes 

auch von den letzten Malen 

letztesmal betteln 

letztesmal lieben 
wissen, nicht-wissen, tun-als-ob 

ein letztes auch vom letztenmal sagen 

liebst du mich nicht so werd ich nicht geliebt 

lieb ich nicht dich so werde ich nicht lieben 

nocheinmal Aufrühren die abgestandnen Worte im Herzen 

das Liebe Liebe Liebe Stampfen des alten Quirls 

wie er die unverdickbare 

Molke der Worte stößelt 

 
nocheinmal voll Grauen 

nicht zu lieben 

zu lieben doch nicht dich zu lieben 

ungeliebt zu sein doch nicht von dir 

zu wissen, nicht-wissen, tun-als-ob 

tun-als-ob 

 

ich und all die ändern die dich lieben werden 

wenn sie dich lieben 

 
 

III 

 

es sei denn daß sie dich lieben 

 

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1937-1939 

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-  54  - 

elles viennent 

autres et pareilles 

avec chacune c'est autre et c'est pareil 

avec chacune l'absence d'amour est autre 

avec chacune l'absence d'amour est pareille 

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-  55  - 

sie kommen 

andere und gleiche 

bei jeder ist es anders und ist es gleich 

bei jeder ist das Fehlen der Liebe anders 

bei jeder ist das Fehlen der Liebe gleich 

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-  56  - 

à elle l'acte calme 

les pores savants le sexe bon enfant 

l'attente pas trop lente les regrets pas trop longs l'absence 

au service de la présence 

les quelques haillons d'azur dans la tête les points enfin morts du coeur 

toute la tardive grâce d'une pluie cessant 

au tomber d'une nuit 

d'août 
 

à elle vide 

lui pur 

d'amour 

 

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-  57  - 

für sie der ruhige Akt 

die erfahrenen Poren das brave Geschlecht 

das nicht zu lange Warten das nicht zu lange Bedauern 

das Fernsein im Dienst der Gegenwart 

die paar blauen Fetzen im Kopf die endlich toten Punkte des Herzens 

alle späte Gnade eines endenden Regens 

beim Einbruch einer Nacht 

im August 
 

für sie die Liebesleere 

er der Liebesreine 

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-  58  - 

être là sans mâchoires sans dents 

où s'en va le plaisir de perdre 

avec celui à peine inférieur 

de gagner 

et Roscelin et on attend 

adverbe oh petit cadeau 

vide vide sinon des loques de chanson 

mon père m'a. donné un mari 
ou en faisant la fleur 

qu'elle mouille 

tant qu'elle voudra jusqu'à l'élégie 

des sabots ferrés encore loin des Halles 

ou l'eau de la canaille pestant dans les tuyaux 

ou plus rien 

qu'elle mouille puisque c'est ainsi 

parfasse tout le superflu 

et vienne 
à la bouche idiote à la main formicante 

au bloc cave à l'oeil qui écoute 

de lointains coups de ciseaux argentins 

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-  59  - 

da sein ohne Kiefer ohne Zähne 

wo die Lust zu verlieren vergeht 

mit der kaum geringeren 

zu gewinnen 

und Roscelin und man wartet 

Adverb oh kleines Geschenk 

leer leer nur noch Liedfetzen 

mein Vater gab mir einen Mann 
oder mit den Fingern spielend 

daß sie sich befeuchte 

solange sie will bis zur Elegie 

der beschlagenen Hufe noch fern von den Hallen 

oder bis das Wasser des Pöbels in den Rohren schreit 

oder nichts mehr 

darauf daß sie sich befeuchte weil es so ist 

alles Überflüssige vollende 

und komme 
zum idiotischen Mund zur kribbeligen Hand 

zum Hohlkopf zum Auge das 

nach fernen Schnitten silbriger Scheren lauscht 

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-  60  - 

Ascension 

 

à travers la mince cloison 

ce jour où un enfant 

prodigue à sa façon 

rentra dans sa famille 

j'entends la voix 

elle est émue elle commente 
la coupe du monde de football 

 

toujours trop jeune 

 

en même temps par la fenêtre ouverte 

par les airs tout court 

sourdement 

la houle des fidèles 

 
son sang gicla avec abondance 

sur les draps sur les pois de senteur sur son mec 

de ses doigts dégoûtants il ferma les paupières 

sur les grands yeux verts étonnés 

 

elle rode légère 

sur ma tombe d'air 

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-  61  - 

Himmelfahrt 

 

durch die dünne Wand 

hör ich an diesem Tag 

an dem ein Sohn 

auf seine Weise verloren zu seiner Familie zurückkehrte 

die Stimme 

sie ist gerührt 
sie kommentiert 

den Kampf um den Weltfußballpokal 

 

immer zu jung 

 

gleichzeitig durchs offene Fenster 

kurz durch die Lüfte 

dumpf 

die Welle der Gläubigen 
 

ihr Blut spritzte reichlich 

auf die Laken auf die Platterbsen auf ihren Buhlen 

mit seinen widerlichen Fingern schloß er die Lider 

über den großen grünen erstaunten Augen 

 

sie streunt leicht 

über meine Luftgruft 

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-  62  - 

La mouche 

 

entre la scène et moi 

la vitre 

vide sauf elle 

 

ventre à terre 

sanglée dans ses boyaux noirs 
antennes affolées ailes liées 

pattes crochues bouche suçant à vide 

sabrant l'azur s'écrasant contre l'invisible 

sous mon pouce inpuissant elle fait chavirer 

la mer et le ciel serein 

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-  63  - 

Die Fliege 

 

zwischen der Szene und mir 

die Scheibe 

leer außer ihr 

 

den Bauch am Boden 

in ihre schwarzen Därme geschnürt 
mit erregten Fühlern gefalteten Flügeln 

krummen Beinen im Leeren saugendem Mund 

das Blau säbelnd sich ans Unsichtbare schmetternd 

bringt sie unter meinem machtlosen Daumen 

das Meer und den heiteren Himmel zum Scheitern 

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-  64  - 

musique de l'indifférence 

coeur temps air feu sable 

du silence éboulement d'amours 

couvre leurs voix et que 

je ne m'entende plus 

me taire 

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-  65  - 

Musik der Gleichgültigkeit 

Herz Zeit Luft Feuer Sand 

der Ruhe Einsturz der Lieben 

übertöne ihre Stimmen damit 

ich mich nicht mehr 

schweigen höre 

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-  66  - 

bois seul 

bouffe brûle fornique crève seul comme devant 

les absents sont morts les présents puent 

sors tes yeux détourne-les sur les roseaux 

se taquinent-ils ou les aïs 

pas la peine il y a le vent 

et l'état de veille 

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-  67  - 

trink allein 

friß brenne hure krepiere allein wie ehemals 

die Abwesenden sind tot die Anwesenden stinken 

heraus mit den Augen wende sie ab zu den Schilfrohren 

necken sie sich oder etwa die Faultiere 

lohnt sich nicht es gibt ja Wind 

und Wachsein 

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-  68  - 

ainsi a-t-on beau 

par le beau temps et par le mauvais 

enfermé chez soi enfermé chez eux 

comme si c'était d'hier se rappeler le mammouth 

le dinothérium les premiers baisers 

les périodes glaciaires n'apportant rien de neuf 

la grande chaleur du treizième de leur ère 

sur Lisbonne fumante Kant froidement penché 
rêver en générations de chênes et oublier son père 

ses yeux s'il portait la moustache 

s'il était bon de quoi il est mort 

on n'en est pas moins mangé sans appétit 

par le mauvais temps et par le pire 

enfermé chez soi enfermé chez eux 

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-  69  - 

man kann also noch so viel 

bei gutem Wetter und bei schlechtem 

eingesperrt bei sich eingesperrt bei ihnen 

als wäre es seit gestern sich an das Mammut erinnern 

an das Dinotherium an die ersten Küsse 

an die nichts Neues bringenden Eiszeiten 

an die große Hitze des dreizehnten ihrer Ära 

an Kant kalt über das rauchende Lissabon gebeugt 
träumen durch Generationen von Eichen hindurch und seinen Vater  

vergessen 

seine Augen ob er ein Bartträger 

ob er gut war woran er gestorben ist 

man wird nichtsdestoweniger gefressen ohne Appetit 

vom schlechten Wetter und vom schlechtesten 

eingesperrt bei sich eingesperrt bei ihnen 

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-  70  - 

Dieppe 

 

encore le dernier reflux 

le galet mort 

le demi-tour puis les pas 

vers les vieilles lumières 

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-  71  - 

Dieppe 

 

und wieder das letzte Verebben 

das tote Geschiebe 

die Umkehr und dann die Schritte 

nach den alten Lichtern 

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-  72  - 

Rue de Vaugirard 

 

à mi-hauteur 

je débraye et béant de candeur 

expose la plaque aux lumières et aux ombres 

puis repars fortifié 

d'un négatif irrécusable 

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-  73  - 

Rue de Vaugirard 

 

auf halber Höhe 

knipse ich und in klaffender Offenheit 

setz ich die Platte Lichtern und Schatten aus 

und geh dann bestärkt 

durch ein unabweisbares Negativ 

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-  74  - 

Arènes de Lutèce 

 

De là où nous sommes assis plus haut que les gradins 

je nous vois entrer du côté de la Rue des Arènes, 

hésiter, regarder en l'air, puis pesamment 

venir vers nous à travers le sable sombre, 

de plus en plus laids, aussi laids que les autres, 

mais muets. Un petit chien vert 
entre en courant du côté de la Rue Monge, 

elle s'arrête, elle le suit des yeux, 

il traverse l'arène, il disparait 

derrière le socle du savant Gabriel de Mortillet. 

Elle se retourne, je suis parti, je gravis seul 

les marches rustiques, je touche de ma main gauche 

la rampe rustique, elle est en béton. Elle hésite, 

fait un pas vers la sortie de la Rue Monge, puis me suit. 

J'ai un frisson, c'est moi qui me rejoins, 
c'est avec d'autres yeux que maintenant je regarde 

le sable, les flaques d'eau sous la bruine, 

une petite fille traînant derrière elle un cerceau, 

un couple, qui sait des amoureux, la main dans la main, 

les gradins vides, les hautes maisons, le ciel 

qui nous éclaire trop tard. 

Je me retourne, je suis étonné 

de trouver là son triste visage. 

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-  75  - 

Arènes de Lutèce 

 

Von da wo wir sitzen über den Rängen 

sehe ich uns von der Rue des Arènes her eintreten, 

zögern, in die Luft schauen, dann mit bleiernen Schritten 

auf uns zukommen über den dunklen Sand, 

immer häßlicher, ebenso häßlich wie die anderen, 

aber stumm. Ein kleiner grüner Hund 
kommt von der Rue Monge hereingelaufen, 

sie bleibt stehen, schaut ihm nach, 

er durchquert die Arena, er verschwindet 

hinterm Sockel des Gelehrten Gabriel de Mortillet. 

Sie dreht sich um, ich bin weg, ich erklettere allein 

die holzähnlichen Stufen, ich berühre mit der linken Hand 

das holzähnliche Geländer, es ist aus Beton. Sie zögert, 

geht einen Schritt auf den Ausgang Rue Monge zu, dann folgt sie mir. 

Es überläuft mich ein Schauer ich bin's, der in mich zurückkehrt, 
und mit anderen Augen betrachte ich jetzt 

den Sand, die Wasserlachen unterm Staubregen, 

ein kleines Mädchen, das einen Reifen hinter sich herzieht, 

ein Paar, vielleicht Liebende, Hand in Hand, 

die leeren Ränge, die hohen Häuser, den Himmel, 

der uns zu spät leuchtet. 

Ich dreh mich um, ich bin erstaunt, 

da ihr trauriges Gesicht zu gewahren. 

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-  76  - 

jusque dans la caverne ciel et sol 

et une à une les vieilles voix 

d'outre-tombe 

et lentement la même lumière 

qui sur les plaines d'Enna en longs viols 

macérait naguère les capillaires 

et les mêmes lois 

que naguère 
et lentement au loin qui éteint 

Proserpine et Atropos 

adorable de vide douteux 

encore la bouche d'ombre 

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-  77  - 

bis in die Höhle Himmel und Erde 

und nacheinander die alten Stimmen 

von jenseits des Grabes 

und langsam das gleiche Licht 

das auf den Ebenen Ennas bei langen Vergewaltigungen 

unlängst das Frauenhaar beizte 

und die gleichen Gesetze 

wie unlängst 
und langsam in der Ferne erlöschend 

Proserpina und Atropos 

anbetungswürdig vor zweifelhafter Leere 

wieder der Schattenschlund 

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Six Poèmes 

Sechs Gedichte 

1947-1949 

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-  80  - 

bon bon il est un pays 

où l'oubli où pèse l'oubli 

doucemant sur les mondes innommés 

là la tête on la tait la tête est muette 

et on sait non on ne sait rien 

le chant des bouches mortes meurt 

sur la grève il a fait le voyage 

il n'y a rien à pleurer 
 

ma solitude je la connais allez je la connais mal 

j'ai le temps c'est ce que je me dis j'ai le temps 

mais quel temps os affamé le temps du chien 

du ciel pâlissant sans cesse mon grain de ciel 

du rayon qui grimpe ocellé tremblant 

des microns des années ténèbres 

 

vous voulez que j'aille d'A à B je ne peux pas 
je ne peux pas sortir je suis dans un pays sans traces 

oui oui c'est une belle chose que vous avez là une bien belle chose 

qu'est-ce que c'est ne me posez plus de questions 

spirale poussière d'instants qu'est-ce que c'est le même 

le calme l'amour la haine le calme le calme 

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-  81  - 

gut gut es gibt ein Land 

wo die Vergessenheit 

sacht auf die unbenannten Welten drückt 

da verschweigt man den Kopf der Kopf ist verstopft 

und man weiß nein man weiß nichts 

der Sang der toten Münder stirbt 

am Strand er ist angelangt 

es ist nichts zu beweinen 
 

mein Einsamsein ich kenne es ja ja ich kenn' es kaum 

ich habe Zeit so sag ich mir ich habe Zeit 

doch welche Zeit hungrig Gebein die Zeit des Hunds 

die des stetig verblassenden Himmels meines Stückchen Himmels, 

des Strahls der zitternd emporschimmert 

der Mikronen der Dunkeljahre 

 

es heißt ich soll von A nach B gehn ich kann es nicht 
ich kann nicht 'raus ich bin in einem fährtenlosen Land 

ja ja es ist eine feine Sache die sie da haben eine ganz feine 

was ist das fragen sie mich nichts mehr 

Spirale Staub von Augenblicken was es ist das gleiche 

die Stille die Liebe der Haß die Stille die Stille 

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-  82  - 

Mort de A. D. 

 

et là être là encore là 

pressé contre ma vieille planche vérolée du noir 

des jours et nuits broyés aveuglément 

à être là à ne pas fuir et fuir et être là 

courbé vers l'aveu du temps mourant 

d'avoir été ce qu'il fut fait ce qu'il fit 
de moi de mon ami mort hier l'oeil luisant 

les dents longues haletant dans sa barbe dévorant 

la vie des saints une vie par jour de vie 

revivant dans la nuit ses noirs péchés 

mort hier pendant que je vivais 

et être là buvant plus haut que l'orage 

la coulpe du temps irrémissible 

agrippé au vieux bois témoin des départs 

témoin des retours 

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-  83  - 

Tod von A. D. 

 

und da sein da immer noch da 

gepreßt an mein altes Tischbrett das blatternarbig gewordene 

vom Schwarz der blindlings zermalmten Tage und Nächte 

beim da sein und nicht fliehen und doch fliehen und noch da sein 

gebeugt zum Geständnis der daran sterbenden Zeit 

gewesen zu sein was sie gewesen gemacht zu haben was sie gemacht 
aus mir aus meinem gestern leuchtenden Auges gestorbenen Freund 

heißhungrig in seinen Bart keuchend 

das Leben der Heiligen verschlingend ein Leben pro Lebtag 

nachlebend in der Nacht seine schwarzen Sünden 

gestorben gestern während ich lebte 

und da sein trinkend überm Gewitter 

die Schuld der unverzeihlichen Zeit 

geklammert am alten Holz Zeuge des Gehens 

Zeuge des Kommens 

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-  84  - 

vive morte ma seule saison 

lis blancs chrysanthèmes 

nids vifs abandonnés 

boue de feuilles d'avril 

beaux jours gris de givre 

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-  85  - 

es lebe tot meine einzige Jahrzeit 

weiße Lilien Chrysanthemen 

frische verlassene Nester 

Aprilblättermorast 

rauhreifgraue Sommertage 

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-  86  - 

je suis le cours de sable qui glisse 

entre le galet et la dune 

la pluie d'été pleut sur ma vie 

sur moi ma vie qui me fuit me poursuit 

et finira le jour de son commencement 

 

cher instant je te vois 

dans ce rideau de brume qui recule 
où je n'aurai plus à fouler ces longs seuils mouvants 

et vivrai le temps d'une porte 

qui s'ouvre et se referme 

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-  87  - 

ich bin der Sandstreifen der sich 

zwischen dem Geschiebe und der Düne hinzieht 

der Sommerregen regnet auf mein Leben 

auf mich mein Leben das mich flieht mir folgt 

und enden wird am Tag seines Beginns 

 

teurer Augenblick ich sehe dich 

in dem weichenden Nebelvorhang 
wo ich nicht mehr die langen treibenden Schwellen zu betreten brauche 

und leben werde solange eine Tür 

sich öffnet und wieder schließt 

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-  88  - 

que ferais-je sans ce monde sans visage sans questions 

où être ne dure qu'un instant où chaque instant 

verse dans le vide dans l'oubli d'avoir été 

sans cette onde où à la fin 

corps et ombre ensemble s'engloutissent 

que ferais-je sans ce silence gouffre des murmures 

haletant furieux vers le secours vers l'amour 

sans ce ciel qui s'élève 
sur la poussière de ses lests 

 

que ferais-je je ferais comme hier comme aujourd'hui 

regardant par mon hublot si je ne suis pas seul 

à errer et à virer loin de toute vie 

dans un espace pantin 

sans voix parmi les voix 

enfermées avec moi 

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-  89  - 

was würde ich tun ohne diese Welt ohne Gesicht ohne Fragen 

wo Sein nur einen Augenblick dauert wo jeder Augenblick 

ins Leere fließt und ins Vergessen gewesen zu sein 

ohne diese Welle wo am Ende 

Körper und Schatten zusammen verschlungen werden 

was würde ich tun ohne diese Stille Schlund der Seufzer 

die wütend nach Hilfe nach Liebe lechzen 

ohne diesen Himmel der sich erhebt 
über dem Staub seines Ballasts 

 

was würde ich tun ich würde wie gestern wie heute tun 

durch mein Bullauge schauend ob ich nicht allein bin 

beim Irren und Schweifen fern von allem Leben 

in einem Puppenraum 

ohne Stimme inmitten der Stimmen 

die mit mir eingesperrt 

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-  90  - 

je voudrais que mon amour meure 

qu'il pleuve sur le cimetière 

et les ruelles où je vais 

pleurant celle qui crut m'aimer 

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-  91  - 

ich möchte daß meine Liebe stürbe 

daß es regnet auf den Friedhof 

und in die Gassen wo ich gehe 

jene beweinend die mich zu lieben glaubte 

 

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»Die Gedichte sind ein wesentlicher 
Bestandteil des Beckettschen Werkes, 
in gewisser Hinsicht sein sprachlicher 
Exerzierplatz ... Darum geben die Gedichte 
auch einen tieferen und unmittelbareren 
Einblick in Becketts Denken als alles, was 
er sonst geschrieben hat. Sein Denken 
kreist stets um den einzelnen, der für ihn 
immer ein Einsamer und Abseitiger ist. 
Er fragt nach dem Grund der menschlichen 
Existenz und nach unserer Identität... 
Am höchsten aber ist seine sprachliche 
Leistung einzuschätzen. Es ist eine Sprache, 
die sich zu immer nuancierteren Eindrucks- 
möglichkeiten entwickelt, um dem blinden 
Menschen unserer Zeit neue Augen zu 
schaffen.« 

 

Wort und Wahrheit 
 
 
 
 
 
 

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